April 2011


Die Fotos sind online! HIER

Wie immer gilt, nur angucken wer erstmal keine Liveshow bekommt, sonst ists langweilig ;)

Lyra

Und wieder einmal melde ich mich nach einem unspektakulären Flug (Flughäfen sind toll!!) wohlbehalten zurück – zu Hause wurde ich direkt von Katzen und Eltern in Empfang genommen, wie sich das gehört mit einem Glas Weißwein, damit ich auch ja keine Mangelerscheinungen bekomme ;)

Nun heißt es wieder Fotos sortieren – was diesmal im Vergleich allerdings eine eher kleine Herausforderung bieten dürfte :)

Eure Lyra

Ein letztes Mal Hallo aus Zypern!
Freitag vormittag haben wir Cedar Valley (also ein ganzes Tal bewachsen mit fast nur Zedern) durchwandert, wobei mir fast noch mehr als die Zedern wieder der Ausblick gefallen hat, da wir zuerst ganz rauf auf den Berg gewandert sind (Name vergessen) – kann man sich an sowas je satt sehen? Berg hinter Berg hinter Berg, in verschiedenen Blautönen, und dahinter sogar noch ein wenig Meer, und unter einem ein steiler, steiniger Abhang, und ein Tal voller Zedern. (Ich meine da war gestern ein Bild dabei)

Nachmittags sind wir mit Busfahrer Stavros (oder auch Hemipentadactylos) von Stavros nach Pedoulas zurückgefahren, auf dem Weg eine halbe Stunde

Kykkos Kloster

an einem Kloster gehalten, in dem Hannah und ich uns im Hinterhof verlaufen haben statt hineinzufinden. Aber die Mosaike außen waren sehr hübsch.

Nun sind wir wieder in Pedoulas in der ökologischen Station, und ich hab gestern noch meinen Vortrag hinter mich gebracht, spät aber doch … Nachmittags sind wir wieder gewandert, diesmal einen Rundweg (wenn auch nicht komplett), den Atalante Trail mit wieder mal tollem Ausblick und diesmal vielen Schwarzkiefern. Abseits des Weges entdeckten einige von uns einen Tümpel mit wiedermal vielen Wasserkäfern – ich zitiere meinen Prof: “Das ist ja wie Weihnachten!”

Heute Vormittag haben wir uns diverse venezianische Brücken angeschaut, bei der ersten waren wir zwar nur 10 Minuten, das hat aber gereicht um Süßwasserkrebse zu finden – vor lauter Freude hat unser Prof den auch gleich einer zypriotischen Familie mit Kleinkind präsentieren – die waren zwar etwas überrascht, aber durchaus interessiert. So durfte das Kind zu seiner und unserer Erheiterung auch gleich mal den Krebs anfassen, bevor wir ihn wieder ins Wasser zurücksetzten.

Bei der zweiten Brücke teilte sich die Gruppe schnell auf in “Ui Wasser, muss Tiere sammeln”, “Ui Wasser, muss Füße reinhalten!” und in “Ui Wasser, muss fotografieren!”… aber spätestens bei der dritten Brücke, wo wir dann auch etwas länger verweilten, fanden Hannah, Kris und ich dann auch einige coole Sachen – von Kriebelmückenlarven (bäh) über diverses Krebszeug über einen Bachflohkrebse bis hin zu anderen Larven… die so toll waren, dass der Prof eine mit nach Hause nimmt. (Das ist so in etwa das höchste Lob)

Der Nachmittag war frei, und inzwischen ist es sogar total gemütlich warm und wir frieren nicht mehr die ganze Zeit – was also in Sonnenbaden oder sonstigem im Halbschatten dösen endete :)

Ansonsten hatten wir heute unser letztes Abendessen im tollen Restaurant hier – jedes Mal nimmt man sich wieder vor nicht sooo viel zu essen, aber allein von den Beilagen könnte man sich schon überfressen. Und wenn es dann noch sowas wie Hähnchenschenkel, Lachs (!!!), Lasagne, Halumi-Käse mit Tomate usw gibt, und dann noch eine Nachspeise, dann wird man schon sehr satt allein vom alles probieren… das Essen werd ich auf jeden Fall vermissen, auch wenn ich jetzt bestimmt wieder 10 Kilo mehr auf die Waage bringe. Zumal hier ständig Kekse gegen Schokolade gegen Traubenzucker gegen Wohlgefallen gegen Kaugummis….. gedealt werden. Kekse sind das ultivative Zahlungs- und Tauschmittel.

Nun lassen wir den Abend gemütlich ausklingen – morgen vormittag schauen sich die Kulturinteressierten nochmal die Weltkulturerbe-Kirche an, Mittags fahren wir zum Flughafen.

In dem Sinne bis morgen/übermorgen, letzte Grüße aus dem schönen, sonnigen Zypern :)
Eure Lyra


Quelle der Aphrodite

Feuergefahr niedrig - trotz ziemlich trockenem Nadelboden

Illegal grasende Ziegen in der Nähe eines Feuerschutzturmes - die starke Lobby verhindert effektive Bestrafungen

Kritisch-faszinierter Blick auf einen aggressiven Skorpion

Süß!

Kykkos Kloster

Ausblick!

Geniale Wanderung, die sich leider auf Bildern nicht festhalten lässt

Blick vom Feuerschutzturm

Schon in den 6 Wochen Ecuador ein heiß diskutiertes Thema, und auch hier ist er wieder in jedem Salat und gern auch weiterem Essen drin, was sehr verschiedene Reaktionen hervorruft… also stell ich euch mal die ultimative Frage:

Der heutige Tag fing diesmal etwas früher an, nach dem Frühstück ging es auch gleich mit Bus und Autos los in Richtung der Akamas Halbinsel (im Nordwesten von Zypern). Hannah und ich fuhren diesmal bei unserem zweiten Prof im Auto mit, was sich im Endeffekt als richtig genial herausstellte, weil die Gespräche eigentlich echt interessant waren, vor allem auch lehrreich in Hinsicht Zukunftsplanung. Schließlich ist jede (aktuelle) Information zum Thema wie man sich am besten um einen Doktorplatz bewirbt und wie man sich in den Naturwissenschaften behauptet und co wertvoll.

Auf der Halbinsel selbst fuhren und liefen wir auf einen Feuerschutz-Aussichtsposten, dort bot sich uns einen genialen Ausblick, auch ein paar Ziegen und Agamen liefen über den Weg. Weiter gings nach Pafos (?) zur Quelle der Aphrodite und in den dortigen Botanischen Garten, wo unser Prof natürlich gleich einen Aal aus der Quelle gefischt hat, nachdem wir die Touristen erfolgreich vertrieben hatten.

Nach kurzem Einkaufsstop in einem Supermarkt fuhren wir noch zu einer Geier-Aufzuchtstation – es gibt hier nur noch 7 freilebende und 3 aufgezogene Paare, dh. der Erfolg der Geierstation ist wirklich wichtig für das Überleben dieser Tiere auf der Insel. Grund für den starken Rückgang ist einerseits dass einfach kaum noch Aas frei in der Natur liegt, andererseits dass von einem Kadaver oft mehrere Geier fressen, und wenn das dann gerade ein Stück vergiftetes Fleisch ist das für zB Füchse oder wilde Hunde ausgelegt wurde… kostet das direkt mal mehrere Geier das Leben. Viel zu sehen gab es an der Station leider nicht – es handelte sich eher um einen Aussichtsposten wo man mit Fernglas kaum was von einem Geier sehen konnte und ohne gerade mal in der Ferne einen Käfig wo sie gefüttert werden bzw die Klippen wo einige brüten (1 Ei pro Jahr).

Danach gings auch schon wieder nach Hause, Kris und ich hatten heute um Vegetarisches Essen gebeten, im Endeffekt gabs aber diesmal eh Bohneneintopf für alle. Fand ich aber recht gut, weniger weil ich Bohnenfan bin, aber eher weil man sich selbst bedienen konnte und somit nicht überhäuft wurde mit fettigem Essen und sich beim Versuch aufzuessen überfressen musste.

Abends noch bisschen mit paar von uns zusammen gesessen und geredet/Wein getrunken, aber da die meisten vom Feiern gestern abend noch recht erschlagen waren und wir zudem noch packen mussten gings auch nicht so lang. Morgen fahren wir wieder nach Pedoulas, wo wir die letzten Tage verbringen werden.

Heute war glaube ich einer der besten Tage bisher, was vor allem am tollen Nachmittagsprogramm lag. Aber vorne angefangen: Wider erwarten war das Frühstück bei “Der Alten” echt lecker – bzw das servierte Weißbrot. Das war nämlich getoastet – und Brot toasten ist eigentlich immer eine gute Idee, so auch diesmal. Da wir drei Mädels aus meinem Zimmer bisschen spät dran waren mussten wir uns zwar bisschen beeilen, aber die Zeit hat gereicht wieder ein Brot fürs Mittagessen zu belegen/klauen…

Vormittags haben wir eine kleine Baumschule besucht, der Führer konnte einem fast leid tun… unser Prof konnte es nicht lassen ihn drauf hinzuweisen dass der von ihm verwendete Torf eventuell noch radioaktiv belastet ist … usw. Ein wenig inkompetent war er aber schon – hat zwar mehrfach stolz erklärt wie sie Stöckchen mit Hormonen dazu bringen auszutreiben, konnte uns dann aber nicht auswendig sagen, welches Hormon das eigentlich war, erst als er die Dose bei der Hand hatte.

Im Anschluss waren wir noch “kurz” an einem nahegelegenen Bachlauf nach Insekten graben/fischen, wobei ich hierbei gestehen muss dass die meiste Zeit im Gespräch mit Hannah verging.

Nach einer Mittagspause mit Essen in Form von den selbstgeklauten Broten vom Frühstück und dem üblichen Keks-Brot-Fladenbrot-Süßigkeiten-Kram und einer geschnorrten Orange traten wir eine weitere Wanderung an: Diesmal gings auf einen Rundweg auf einen zu Fuß erreichbaren Berg hier nebenan, direkt an dessen Fuß hab ich auch schon meinen ersten Stenus gefunden! Entdeckt hat ihn eigentlich Hannah, gefangen aber ich. Wobei auch Melanie mitgesucht hat. Und auch dem Prof durfte ich ihn gleich präsentieren. (Dafür fang ich als nächstes ein Chamäleon und Hannah darfs auf ihre Kappe nehmen ;) ) Was an dem 3mm großen Ding (welches mir jetzt an meinem Kopfende vom Bett beim schlafen zusehen darf) so besonders ist? Ganz einfach, er ist das Thema meiner Bachelorarbeit, oder besser gesagt seine Abwehrdrüsenstoffe. Auch wenn der Prof das wohl vergessen hat, da er als “Stenus Experten” immer meinen Mitstudenten nennt, der auch mit Stenus arbeitet.

Aber zur Wanderung selbst: Die war zwar anstrengend, insgesamt irgendwas über 300 Höhenmeter rauf und runter, aber die Flora und überhaupt die ganze Umgebung und Aussicht war schlichtweg genial. Immer im Wechsel liefen wir durch Pinien, steinerne Abhänge oder wild mit Flechten überwuchertes Baum/Buschwerk. Das ganze immer auf einem kleinen, gut zu laufenden Wanderpfad. Da kamen teilweise echt Herr der Ringe Feeling auf, weil alles so lebendig wirkte und einfach wunderschön aussah. Vom Ausblick den man immer wieder zwischen den Bäumen hatte ganz zu schweigen! Ich liebe es, von einem Berg aus die Nachbarberge zu sehen, überhaupt haben Berge aus der (mehr oder weniger) Nähe betrachtet einfach etwas majestätisches an sich, wie ich finde. (Hat man vielleicht auch schon in meinen Ecuador Berichten gemerkt).
Hannah und ich liefen die meiste Zeit den anderen voraus, manchmal auch Alex, so konnten wir ungestört den Weg und die Natur und überhaupt die ganze Tour genießen. Und dazu Kindheits-Wander-Erinnerungen austauschen (an dieser Stelle mal ein Gruß an meine tröstauer Großeltern!).
Damit ihr nicht wieder denkt wir machen hier Urlaub, erwähne ich an dieser Stelle mal lieber noch, dass das Ganze neben den ausgebuddelten Insekten und co ein botanischer Lehrpfad war, so standen am Wegesrand insgesamt 32 Schilder an wichtigen Pflanzen, so wie “Pinus irgendwas mit Krebsgeschwür” oder “Pistacia terebinthus” oder “Aussichtspunkt” oder “Rastplatz”.

Nach einer Pause in der ich mich völlig unterkühlt und mir gleichzeitig einen Sonnenbrand geholt habe (das geht!), und anschließendem “Unter 5 Decken im Bett für ne Stunde wieder aufwärmen” gabs wieder Abendessen bei “der Alten” – wieder matschige, fettige Kartoffeln und diesmal ganze 3 riesen Stück Fleisch. Das schmeckte zwar von den Gewürzen her lecker, aber war einfach wieder zu viel und außerdem innen trocken… wenn ich dran denke bestell ich für morgen Abend vegetarisch (falls möglich), da bekommt man zwar die gleichen Matschfettkartoffeln, aber wenigestens nicht noch eine so riesige Portion fetttriefendes Fleisch. Seltsamer Weise war das Essen beim Restaurant in Pedoulas zwar genauso fettig, aber das hat deutlich weniger auf den Magen geschlagen als hier (und damit bin ich nicht die einzige…mein Magen hält normal einiges aus). Aber ich will mich mal nicht so sehr beschweren hier, so schlimm wie das der Beschreibung nach klingt ist es gar nicht. Außerdem kann ich so mein Gewissen mit “Mir gehts nicht so gut” beruhigen und hab eine Ausrede, dass ich mich schon wieder vor sozialer Aktivität im Nebenzimmer drücke und lieber schon um halb 10 im Bett liege.

Morgen wird bestimmt wieder ein schöner Tag – wir fahren ne Halbinsel und eine Geierstation besuchen! Die Ganztages-Ausflüge sind echt so viel schöner, da hat man am Ende wenigstens das Gefühl, man hat ordentlich was gemacht, und außerdem hängen nicht so drohend die Vorträge am Nachmittag die ganze Zeit im Hinterkopf. Thema Vorträge: Gestern Abend hab ich mir noch mal meine Präsentation angeschaut und wär fast gestorben vor Schreck: Obwohl ich als pdf gespeichert habe, ist die hälfte meines Textes hellgrau statt schwarz. Zwar konnte ich mehr oder weniger wieder was präsentierbares zusammenbasteln, aber dafür fehlen jetzt paar Schatten von Bildern und andere Elemente, aber… sie ist wieder präsentierbar.

In dem Sinne Gute Nacht…

Hi ihr!
Da bin ich also wieder. Es folgen die Berichte der letzten Tage. Ich hoffe ihr kriegt das auf die Reihe mit der Reihenfolge, wenn nicht, auch egal :P

Nach einer zweiten Übernachtung im ökologischen Zentrum, Frühstück und vier Seminarvorträgen stiegen wir erneut in den Bus, der uns auch schon nach Nikosia gebracht hat, aber trotz Klimaanlage viel uncooler ist als der Gammelbus mit Busfahrer Andreas. Gefühlte 5 Stunden später kamen wir in Stavros an – ich glaube in Wirklichkeit waren es keine 2 Stunden Fahrt. Da ich aber diesmal einen der zwei Rückwärts-Fahr-Sitze erwischt habe, und die Straßen hier am Berg mehr aus Kurven denn als Strecken besteht, ist meiner Schätzung hierbei nicht unbedingt zu trauen … aber so übel mir auch war, die Gesichter der mir gegenüber sitzenden Leute wenn der Busfahrer wieder 2cm in der Kurve am Gegenverkehr vorbei geheizt ist war es fast wert ;) Aber versteht mich nicht falsch, egal was die meisten hier denken, ich finde den Verkehr insgesamt sehr zivilisiert und sicher. Ok, ausgenommen vielleicht der dicke Baum, der MITTEN auf der Straße direkt nach einer Kurve plötzlich stand, wo man besser außenrum fahren sollte :D

Lange Rede, kurzer Sinn: Inzwischen haben wir also die “Forsthütten” in Stavros, welches wider erwarten doch tiefer liegt als Pedoulas, bezogen – wie das Schicksal es wollte wohne ich nun mit Kris und Jule (mit der ich mir wieder ein Bett teile! :) ) in einer fast-3-Zimmer Wohnung – eigentlich ist das zwar für ca 4-5 Leute gedacht, aber hat sich eben anders ergeben. Wir haben wieder ein nicht-so-hübsches, aber privates Bad mit Dusche und Klo, was ich schon sehr angenehm und luxuriös finde. Auch wenn man sich leider entscheiden muss, ob man lieber einen mäßigen, kalten Wasserstrahl, oder ein lauwarmes Rinnsal zum Duschen haben möchte. Insgesamt sind wir aber echt positiv überrascht – den Schilderungen der Professoren zufolge hatte ich an eine karge hölzerne Hütte mit wenig Strom und abseits jeglicher Zivilisation gerechnet (so ähnlich wie in Japan da wo es Bären gab, falls ihr euch erinnert, Tahita und Focx). Aber das hier ist eigentlich ein sehr hübsches Haus mit mehreren Zimmern und inzwischen laufen sogar die Heizungen. Nachmittags war das noch nicht der Fall, so dass Kris und ich zu unkonventionellen Methoden greifen mussten um nicht völlig zu erfrieren (ich spare mir an dieser Stelle die Details).

Ich schweife schon wieder ab – nach dem Beziehen der Zimmer haben wir noch eine kleine Wanderung unternommen, was wir alles schönes gefunden haben, dürft ihr dem offiziellen Bericht, den ich euch später mal im Ganzen poste entnehmen. Hier hats echt unter jedem Stein nen Skorpion, da muss man echt aufpassen wo man hinfasst. (Merkt ihr was? Diese schreckliche, universelle Formulierung “hats” schleicht sich langsam aber sicher in unseren Wortschatz ein.)
Kris und ich waren heute mit protokollieren dran, was so viel heißt wie an den Lippen des Profs hängen und jede relevante Information mitschreiben – dabei bleibt leider nicht mehr sehr viel Zeit zum aktiv schauen, und auch nicht zum fotografieren.

Abendessen gabs wieder im Restaurant 5 Min von unserem Haus – geführt von “der Alten” wie unsere Professoren sie nennen. Irgendwie ist es in Zypern scheinbar auch so eine Unsitte, alles und jeden zu frittieren, und was sich nicht frittieren lässt, wird sonstwie in Fett getränkt (zB Salat), was mir immer irgendwie nicht so sehr liegt. Ich finde es sowieso irritierend, dass man nur weil man sich als Nicht-Vegetarier meldet, absolut jeden Tag ein Fleischgericht bekommt… das ist schon ein wenig Overkill, wie ich finde. (Sag nix, Sebbi) Was wiederum lustig war: Da das Bier hier ganze 3,45€ pro Flasche kostet, fährt der eine Prof morgen extra in den nächsten Supermarkt um die Biertrinker mit selbigem zu versorgen. Schon lustig/nett wie ich finde, auch wenn ich durchaus ohne Bier auskomme ;)

Zum Abschluss des Abends sitzt die halbe Truppe jetzt wieder lachend und trinkend im 2. (abtrennbaren) Zimmer unserer kleinen “Wohnung”, ich nutze den Abend lieber für mich, auch wenn ich mich damit wiedermal abgrenze, aber ich bin langsam wieder an einem Punkt wo ich einfach etwas Ruhe möchte, und nicht lachen und lustig und sozial sein.

PS. Bilder folgen irgendwann

Hi zusammen!
Heute war ein schöner Tag, und ich hab viel zu erzählen. Ich hoffe ich krieg noch alles auf die Reihe, da der Informationsfluss was nun wie heißt immer etwas schleppend ist, und mein Gehirn hat für griechische Namen eine Aufnahmefähigkeit wie ein Stein für Wasser. Und ich meine sicher keinen porösen, saugfähigen Stein.

Geschlafen hab ich erstaunlich gut, zwar steh ich mit Ohropax nach wie vor auf Kriegsfuß, aber da keiner außerordentlich laut geschnarcht hat, bin ich nur ein paar wenige male aufgewacht. Zum Frühstück gabs hier im ökologischen Zentrum zwar keinen Kaffee oder Kakao (zum aufbrühen mit Wasser/Milch) und keine Eier/Obst mehr, dafür aber neben dem üblichen langweiligen Brot mit Käse/Marmeladendöschen sogar Schokoreiscrispies (oder wie man die nennt), das war mal eine echt nette Abwechslung. Da blickt man sogar gern über die halbgefrorene Milch hinweg.

Gegen 9 gings dann mit neuem Bus und Busfahrer auf nach Nikosia (welches auf griechisch Lefkosia heißt), bzw. in ein naheliegendes Naturschutzgebiet Athalassa. Dort gabs wie üblich ein kleines Filmchen und eine Führung in die dortigen Ausstellungen, bei denen die verschiedenen Ökotypen Zyperns vorgestellt wurden – von den Salzseen mit Flamingos, wo wir ja auch schon einen besichtigt haben, bis hin zur völlig baumlosen Mesaoria Ebene. Der Park selber wurde mehr oder weniger künstlich angelegt auf früheres Ackerland und ist wirklich hübsch – nur mit dem Teil der Richtung türkisches Zypern liegt macht Probleme, weil da auf … mysteriöse Art und Weise alle ca 7 Jahre die neuen Bäume wieder abbrennen… damit der Blick auf das griechische Zypern nicht versperrt ist. Sehr schön kann man vom Park aus auch in den türkischen Teil schauen – erkennbar an einer riesigen türkischen Flagge mitten auf nem Berg, aus Blumen oder sowas… also bisschen pervers ist das alles schon.

Der Park an sich ist aber echt schön, außerdem wars wieder richtig schön warm (für mein Outfit sogar zu warm), und auch biologisch gesehen war Einiges los – ich sag nur “das darf doch nicht wahr sein, da hat’s Wasser!” hat sich mein Prof gefreut und tatsächlich haben wir einen Haufen Fische, Daphnien, Frösche und sonstiges Getier an Land gezogen. Am liebsten hätte er mir gleich 40 von den Fischen dort eingepackt für meine Bachelorarbeit, weil die sooo toll sind – aber zum Glück hat er von selbst erkannt dass das logistisch eine ganz schöne Herausforderung wäre… ich glaub aber dem Sebbi hätte es da gefallen, mit lauter Fischen und Fröschen und so :)

Nach dem Park haben wir noch ein Gruppenfoto geschossen – schaut die nächsten Tage mal auf die Presseseite der Uni, ob ihr da was findet. Angeblich soll das da vielleicht schon ab morgen zu sehen sein, oder zumindest demnächst.

Den Nachmittag durften wir dann “einen auf Tourist machen” und Nikosia besichtigen – ohne Stadtplan oder Ahnung wurden wir auf dem Parkplatz mit den Worten “Lasst euch nicht verhaften, das gibt dann so viel Papierkram” entlassen. War aber letztendlich kein Problem die Innenstadt zu finden und ehe wir uns versahen waren wir auch schon an der Grenze zum Türkischen Zypern – kurzentschlossen haben wir dann auch mal rüber geschaut. Das hat sich auch auf jeden Fall gelohnt, nicht nur hab ich jetzt eine doppelt gestempelt und signierte Übergangsbestätigung, sondern auch die ehemalige St. Sophia Cathedral, welche kurzerhand zu einer Moschee umgebaut wurde war durchaus einen Blick wert… Fotos gibts von kritischen Orten keine, da mir nicht ganz ersichtlich war auf was sich die Fotografierverbot-Schilder jeweils bezogen… und mein Interesse einen türkischen oder griechischen Knast von innen zu sehen hält sich in Grenzen.
Ansonsten hatte ich wie in jedem Urlaub einen Anfall von Ring-Frustration weil meine Hände/Finger einfach zu klein sind und mir 99% der Ringe einfach nicht passen, und da ich sowieso schrecklich geizig und wählerisch bin. Vielleicht sollte ich mir mal Daumenringe angewöhnen, da sollte wohl was passen.

Schneller als gedacht war die Zeit in der Hauptstadt dann auch schon um und es ging zurück nach Pedoulas, Abendessen, Duschen & für morgen fertig machen. Bei der Ankunft hier im Haus gabs noch eine nette Überraschung, irgendwer hat die Schulkatze in unseren Schlafsaal gesperrt und von allen Betten hat sie sich ausgerechnet meines ausgesucht zum schlafen – ich scheine auch die einzige zu sein die das nicht supereklig und ungezieferlastig und bäh fand, sondern eigentlich nur süß. Ok, von ner Freundin hat sie den Käse von den vorbereiteten Broten gefressen, das ist vielleicht dann nicht mehr so süß. Aber generell gibts hier durchaus einige Katzen, Straßenkatzen sowie welche mit Familie, aber insgesamt sind sie nicht sooo ungepflegt dass man nicht mit ihnen kuscheln könnte.

Morgen gehts dann gegen Mittag nach Stavros – Berichte von dort werdet ihr vermutlich erst in ca 4 Tagen wieder bekommen, da wir dort so weit ich weiß kein Internet haben.
Bis dann, machts gut,
Lyra

 

PS. Bilder von Park, Stadt usw gibts dann nach Zypern live oder evtl online, will ja nicht schon alles spoilern mit Bildern von hübschen Bäumen die im Wasser stehen und co :)

Hallo ihr Lieben,

heute war das Wetter mal wieder eher gemischt – Früh sah es nach Regen aus, klarte dann aber doch noch auf. Also haben wir mehr oder weniger spontan nach dem Räumen unserer Zimmer eine dreistündige Wanderung bei gemischtem Wetter wieder in der Umgebung unternommen (da hierbei scheinbar Unklarheit herrschte – Wanderung heißt Steine umdrehen, Insekten Sammeln und co). Es ist immer wieder nett mit welcher Begeisterung unser Prof (der eine zumindest) sich jedem Käferchen und co zuwendet. Heute hatten wir sogar mal eine (bzw mehrere) Gottesanbieterinnen gefunden… so faszinierend die sind, ich finde die irgendwie unheimlich. Unser geplanter Ausflug auf den Olymp fiel dank des unsicheren Wetters leider aus.

Da das übrigens noch nicht alle mitbekommen haben, wir sind hier nicht bei den Türken, sondern im griechischen Teil der Insel. Den werden wir auch nicht verlassen, werden aber wohl die neutrale Zone (oder wie das heißt, mit Friedenstruppen und co) in Nikosia anschauen.

Nach der Wanderung heute früh und etwas organisatorischem Chaos danach sind wir von unserem Hotel umgezogen in das ökologische Zentrum – was jetzt heißt mit ca 17 anderen Mädels im Schlafsaal und Duschen zum teilen etc… hier werden wir nun 2 Nächte bleiben, bis es weitergeht nach Stavros. Bin ja schon gespannt wie viel Schlaf ich unter den Bedingungen bekommen werde.

Ansonsten waren ich am Nachmittag mit paar Mädels noch etwas spazieren, dabei haben wir Pinienkerne unter einer, wie wir glauben (hoffen), Pinie gefunden, mussten wir natürlich gleich testen – lecker! Nur teilweise fingen die glaub ich schon etwas an zu treiben, das ist glaube ich nicht so gewollt, wenn man die zum Essen sammelt. Aber lecker waren sie trotzdem. Dann sind wir noch zur Red Cross Kirche gelaufen – ich glaube wir haben ein göttliches Bild abgegeben als wir nichtsahnend vor dem Eingang standen, als plötzlich die Glocken losgingen … lang nicht so erschrocken, und den anderen gings ähnlich ;) Wir haben uns dann noch die Kirche innen angesehen, und auch einen (Groß)teil des Gottesdienstes – eigentlich dachte ich der geht drei Stunden, darum sind wir auch nach einer Weile wieder gegangen, aber da wir den Priester (?) kurz darauf auf der Straße wieder gesehen haben, war das vielleicht nur eine Art kürzere Andacht oder so. Sehr nett war übrigens auch, dass unser lieber Busfahrer Andreas uns reingewunken hat, wer weiß ob wir uns sonst mitten im Gottesdienst reingehen hätten trauen. Der hat sogar mitgemacht – Kerze gehalten und während des Gottesdienstes in einer etwas zurückversetzten Kammer um irgendwas im Kreis gelaufen – ganz verstanden hab ichs ja nicht. War aber auf jeden Fall interessant, und die Kirche ist wirklich schön von innen wie von außen, vielleicht komm ich ja nochmal zum fotografieren. An dem Gottesdienst haben übrigens 5 Leute mitgewirkt (Hauptsächlich Sprechgesang, Kerzen tragen, Weihrauch wedeln und in besagtem Raum im Kreis Patrouille  laufen. Und “Zuschauer” waren es dabei (ohne uns) auch nur 5 ältere bis sehr alte Leute…

Morgen fahren wir nach Nikosia, die Stadt anschauen, sowie ein Naturschutzgebiet in der Nähe. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt und freu mich auch auf die Busfahrt – das ist immer toll den Berg runter, wenn auch SOOOOOOO LANGSAM im Vergleich zu Ecuador, und auch langsam im Vergleich zu Deutschland. Aber da der Busfahrer der Beste ist und die Aussicht toll und man immer wen zum Reden hat, macht das gar nichts aus.

Ich hab übrigens ganz vergessen zu schreiben (glaub ich) , dass wir in dem Salzsee gestern auch Flamingos gesehen haben! Wenn auch nur in Form von 1mm großen weißrosa Punkten durchs Fernglas. Aber Flamingos!

Mir werden zwar sicher wieder lauter Sachen einfallen, die ich vergessen habe zu schreiben, aber ich glaube für heute hab ich genug geschrieben – ich merke schon, dass ich hier weniger Zeit habe zu schreiben (teils aus Zeitmangel weil ich lieber mit Freundinnen rumblödel als zu schreiben, teils weil ich das Netbook verleihe), die Strukturierung meiner Einträge leidet glaube ich schon ein wenig wenn ich schneller schreibe als denke, so wie heute. Aber ich hoffe es macht dennoch einigermaßen Sinn was ich schreibe ;)

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