Hi ihr!
Da bin ich also wieder. Es folgen die Berichte der letzten Tage. Ich hoffe ihr kriegt das auf die Reihe mit der Reihenfolge, wenn nicht, auch egal :P

Nach einer zweiten Übernachtung im ökologischen Zentrum, Frühstück und vier Seminarvorträgen stiegen wir erneut in den Bus, der uns auch schon nach Nikosia gebracht hat, aber trotz Klimaanlage viel uncooler ist als der Gammelbus mit Busfahrer Andreas. Gefühlte 5 Stunden später kamen wir in Stavros an – ich glaube in Wirklichkeit waren es keine 2 Stunden Fahrt. Da ich aber diesmal einen der zwei Rückwärts-Fahr-Sitze erwischt habe, und die Straßen hier am Berg mehr aus Kurven denn als Strecken besteht, ist meiner Schätzung hierbei nicht unbedingt zu trauen … aber so übel mir auch war, die Gesichter der mir gegenüber sitzenden Leute wenn der Busfahrer wieder 2cm in der Kurve am Gegenverkehr vorbei geheizt ist war es fast wert ;) Aber versteht mich nicht falsch, egal was die meisten hier denken, ich finde den Verkehr insgesamt sehr zivilisiert und sicher. Ok, ausgenommen vielleicht der dicke Baum, der MITTEN auf der Straße direkt nach einer Kurve plötzlich stand, wo man besser außenrum fahren sollte :D

Lange Rede, kurzer Sinn: Inzwischen haben wir also die “Forsthütten” in Stavros, welches wider erwarten doch tiefer liegt als Pedoulas, bezogen – wie das Schicksal es wollte wohne ich nun mit Kris und Jule (mit der ich mir wieder ein Bett teile! :) ) in einer fast-3-Zimmer Wohnung – eigentlich ist das zwar für ca 4-5 Leute gedacht, aber hat sich eben anders ergeben. Wir haben wieder ein nicht-so-hübsches, aber privates Bad mit Dusche und Klo, was ich schon sehr angenehm und luxuriös finde. Auch wenn man sich leider entscheiden muss, ob man lieber einen mäßigen, kalten Wasserstrahl, oder ein lauwarmes Rinnsal zum Duschen haben möchte. Insgesamt sind wir aber echt positiv überrascht – den Schilderungen der Professoren zufolge hatte ich an eine karge hölzerne Hütte mit wenig Strom und abseits jeglicher Zivilisation gerechnet (so ähnlich wie in Japan da wo es Bären gab, falls ihr euch erinnert, Tahita und Focx). Aber das hier ist eigentlich ein sehr hübsches Haus mit mehreren Zimmern und inzwischen laufen sogar die Heizungen. Nachmittags war das noch nicht der Fall, so dass Kris und ich zu unkonventionellen Methoden greifen mussten um nicht völlig zu erfrieren (ich spare mir an dieser Stelle die Details).

Ich schweife schon wieder ab – nach dem Beziehen der Zimmer haben wir noch eine kleine Wanderung unternommen, was wir alles schönes gefunden haben, dürft ihr dem offiziellen Bericht, den ich euch später mal im Ganzen poste entnehmen. Hier hats echt unter jedem Stein nen Skorpion, da muss man echt aufpassen wo man hinfasst. (Merkt ihr was? Diese schreckliche, universelle Formulierung “hats” schleicht sich langsam aber sicher in unseren Wortschatz ein.)
Kris und ich waren heute mit protokollieren dran, was so viel heißt wie an den Lippen des Profs hängen und jede relevante Information mitschreiben – dabei bleibt leider nicht mehr sehr viel Zeit zum aktiv schauen, und auch nicht zum fotografieren.

Abendessen gabs wieder im Restaurant 5 Min von unserem Haus – geführt von “der Alten” wie unsere Professoren sie nennen. Irgendwie ist es in Zypern scheinbar auch so eine Unsitte, alles und jeden zu frittieren, und was sich nicht frittieren lässt, wird sonstwie in Fett getränkt (zB Salat), was mir immer irgendwie nicht so sehr liegt. Ich finde es sowieso irritierend, dass man nur weil man sich als Nicht-Vegetarier meldet, absolut jeden Tag ein Fleischgericht bekommt… das ist schon ein wenig Overkill, wie ich finde. (Sag nix, Sebbi) Was wiederum lustig war: Da das Bier hier ganze 3,45€ pro Flasche kostet, fährt der eine Prof morgen extra in den nächsten Supermarkt um die Biertrinker mit selbigem zu versorgen. Schon lustig/nett wie ich finde, auch wenn ich durchaus ohne Bier auskomme ;)

Zum Abschluss des Abends sitzt die halbe Truppe jetzt wieder lachend und trinkend im 2. (abtrennbaren) Zimmer unserer kleinen “Wohnung”, ich nutze den Abend lieber für mich, auch wenn ich mich damit wiedermal abgrenze, aber ich bin langsam wieder an einem Punkt wo ich einfach etwas Ruhe möchte, und nicht lachen und lustig und sozial sein.

PS. Bilder folgen irgendwann

Hi zusammen!
Heute war ein schöner Tag, und ich hab viel zu erzählen. Ich hoffe ich krieg noch alles auf die Reihe, da der Informationsfluss was nun wie heißt immer etwas schleppend ist, und mein Gehirn hat für griechische Namen eine Aufnahmefähigkeit wie ein Stein für Wasser. Und ich meine sicher keinen porösen, saugfähigen Stein.

Geschlafen hab ich erstaunlich gut, zwar steh ich mit Ohropax nach wie vor auf Kriegsfuß, aber da keiner außerordentlich laut geschnarcht hat, bin ich nur ein paar wenige male aufgewacht. Zum Frühstück gabs hier im ökologischen Zentrum zwar keinen Kaffee oder Kakao (zum aufbrühen mit Wasser/Milch) und keine Eier/Obst mehr, dafür aber neben dem üblichen langweiligen Brot mit Käse/Marmeladendöschen sogar Schokoreiscrispies (oder wie man die nennt), das war mal eine echt nette Abwechslung. Da blickt man sogar gern über die halbgefrorene Milch hinweg.

Gegen 9 gings dann mit neuem Bus und Busfahrer auf nach Nikosia (welches auf griechisch Lefkosia heißt), bzw. in ein naheliegendes Naturschutzgebiet Athalassa. Dort gabs wie üblich ein kleines Filmchen und eine Führung in die dortigen Ausstellungen, bei denen die verschiedenen Ökotypen Zyperns vorgestellt wurden – von den Salzseen mit Flamingos, wo wir ja auch schon einen besichtigt haben, bis hin zur völlig baumlosen Mesaoria Ebene. Der Park selber wurde mehr oder weniger künstlich angelegt auf früheres Ackerland und ist wirklich hübsch – nur mit dem Teil der Richtung türkisches Zypern liegt macht Probleme, weil da auf … mysteriöse Art und Weise alle ca 7 Jahre die neuen Bäume wieder abbrennen… damit der Blick auf das griechische Zypern nicht versperrt ist. Sehr schön kann man vom Park aus auch in den türkischen Teil schauen – erkennbar an einer riesigen türkischen Flagge mitten auf nem Berg, aus Blumen oder sowas… also bisschen pervers ist das alles schon.

Der Park an sich ist aber echt schön, außerdem wars wieder richtig schön warm (für mein Outfit sogar zu warm), und auch biologisch gesehen war Einiges los – ich sag nur “das darf doch nicht wahr sein, da hat’s Wasser!” hat sich mein Prof gefreut und tatsächlich haben wir einen Haufen Fische, Daphnien, Frösche und sonstiges Getier an Land gezogen. Am liebsten hätte er mir gleich 40 von den Fischen dort eingepackt für meine Bachelorarbeit, weil die sooo toll sind – aber zum Glück hat er von selbst erkannt dass das logistisch eine ganz schöne Herausforderung wäre… ich glaub aber dem Sebbi hätte es da gefallen, mit lauter Fischen und Fröschen und so :)

Nach dem Park haben wir noch ein Gruppenfoto geschossen – schaut die nächsten Tage mal auf die Presseseite der Uni, ob ihr da was findet. Angeblich soll das da vielleicht schon ab morgen zu sehen sein, oder zumindest demnächst.

Den Nachmittag durften wir dann “einen auf Tourist machen” und Nikosia besichtigen – ohne Stadtplan oder Ahnung wurden wir auf dem Parkplatz mit den Worten “Lasst euch nicht verhaften, das gibt dann so viel Papierkram” entlassen. War aber letztendlich kein Problem die Innenstadt zu finden und ehe wir uns versahen waren wir auch schon an der Grenze zum Türkischen Zypern – kurzentschlossen haben wir dann auch mal rüber geschaut. Das hat sich auch auf jeden Fall gelohnt, nicht nur hab ich jetzt eine doppelt gestempelt und signierte Übergangsbestätigung, sondern auch die ehemalige St. Sophia Cathedral, welche kurzerhand zu einer Moschee umgebaut wurde war durchaus einen Blick wert… Fotos gibts von kritischen Orten keine, da mir nicht ganz ersichtlich war auf was sich die Fotografierverbot-Schilder jeweils bezogen… und mein Interesse einen türkischen oder griechischen Knast von innen zu sehen hält sich in Grenzen.
Ansonsten hatte ich wie in jedem Urlaub einen Anfall von Ring-Frustration weil meine Hände/Finger einfach zu klein sind und mir 99% der Ringe einfach nicht passen, und da ich sowieso schrecklich geizig und wählerisch bin. Vielleicht sollte ich mir mal Daumenringe angewöhnen, da sollte wohl was passen.

Schneller als gedacht war die Zeit in der Hauptstadt dann auch schon um und es ging zurück nach Pedoulas, Abendessen, Duschen & für morgen fertig machen. Bei der Ankunft hier im Haus gabs noch eine nette Überraschung, irgendwer hat die Schulkatze in unseren Schlafsaal gesperrt und von allen Betten hat sie sich ausgerechnet meines ausgesucht zum schlafen – ich scheine auch die einzige zu sein die das nicht supereklig und ungezieferlastig und bäh fand, sondern eigentlich nur süß. Ok, von ner Freundin hat sie den Käse von den vorbereiteten Broten gefressen, das ist vielleicht dann nicht mehr so süß. Aber generell gibts hier durchaus einige Katzen, Straßenkatzen sowie welche mit Familie, aber insgesamt sind sie nicht sooo ungepflegt dass man nicht mit ihnen kuscheln könnte.

Morgen gehts dann gegen Mittag nach Stavros – Berichte von dort werdet ihr vermutlich erst in ca 4 Tagen wieder bekommen, da wir dort so weit ich weiß kein Internet haben.
Bis dann, machts gut,
Lyra

 

PS. Bilder von Park, Stadt usw gibts dann nach Zypern live oder evtl online, will ja nicht schon alles spoilern mit Bildern von hübschen Bäumen die im Wasser stehen und co :)

Hallo ihr Lieben,

heute war das Wetter mal wieder eher gemischt – Früh sah es nach Regen aus, klarte dann aber doch noch auf. Also haben wir mehr oder weniger spontan nach dem Räumen unserer Zimmer eine dreistündige Wanderung bei gemischtem Wetter wieder in der Umgebung unternommen (da hierbei scheinbar Unklarheit herrschte – Wanderung heißt Steine umdrehen, Insekten Sammeln und co). Es ist immer wieder nett mit welcher Begeisterung unser Prof (der eine zumindest) sich jedem Käferchen und co zuwendet. Heute hatten wir sogar mal eine (bzw mehrere) Gottesanbieterinnen gefunden… so faszinierend die sind, ich finde die irgendwie unheimlich. Unser geplanter Ausflug auf den Olymp fiel dank des unsicheren Wetters leider aus.

Da das übrigens noch nicht alle mitbekommen haben, wir sind hier nicht bei den Türken, sondern im griechischen Teil der Insel. Den werden wir auch nicht verlassen, werden aber wohl die neutrale Zone (oder wie das heißt, mit Friedenstruppen und co) in Nikosia anschauen.

Nach der Wanderung heute früh und etwas organisatorischem Chaos danach sind wir von unserem Hotel umgezogen in das ökologische Zentrum – was jetzt heißt mit ca 17 anderen Mädels im Schlafsaal und Duschen zum teilen etc… hier werden wir nun 2 Nächte bleiben, bis es weitergeht nach Stavros. Bin ja schon gespannt wie viel Schlaf ich unter den Bedingungen bekommen werde.

Ansonsten waren ich am Nachmittag mit paar Mädels noch etwas spazieren, dabei haben wir Pinienkerne unter einer, wie wir glauben (hoffen), Pinie gefunden, mussten wir natürlich gleich testen – lecker! Nur teilweise fingen die glaub ich schon etwas an zu treiben, das ist glaube ich nicht so gewollt, wenn man die zum Essen sammelt. Aber lecker waren sie trotzdem. Dann sind wir noch zur Red Cross Kirche gelaufen – ich glaube wir haben ein göttliches Bild abgegeben als wir nichtsahnend vor dem Eingang standen, als plötzlich die Glocken losgingen … lang nicht so erschrocken, und den anderen gings ähnlich ;) Wir haben uns dann noch die Kirche innen angesehen, und auch einen (Groß)teil des Gottesdienstes – eigentlich dachte ich der geht drei Stunden, darum sind wir auch nach einer Weile wieder gegangen, aber da wir den Priester (?) kurz darauf auf der Straße wieder gesehen haben, war das vielleicht nur eine Art kürzere Andacht oder so. Sehr nett war übrigens auch, dass unser lieber Busfahrer Andreas uns reingewunken hat, wer weiß ob wir uns sonst mitten im Gottesdienst reingehen hätten trauen. Der hat sogar mitgemacht – Kerze gehalten und während des Gottesdienstes in einer etwas zurückversetzten Kammer um irgendwas im Kreis gelaufen – ganz verstanden hab ichs ja nicht. War aber auf jeden Fall interessant, und die Kirche ist wirklich schön von innen wie von außen, vielleicht komm ich ja nochmal zum fotografieren. An dem Gottesdienst haben übrigens 5 Leute mitgewirkt (Hauptsächlich Sprechgesang, Kerzen tragen, Weihrauch wedeln und in besagtem Raum im Kreis Patrouille  laufen. Und “Zuschauer” waren es dabei (ohne uns) auch nur 5 ältere bis sehr alte Leute…

Morgen fahren wir nach Nikosia, die Stadt anschauen, sowie ein Naturschutzgebiet in der Nähe. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt und freu mich auch auf die Busfahrt – das ist immer toll den Berg runter, wenn auch SOOOOOOO LANGSAM im Vergleich zu Ecuador, und auch langsam im Vergleich zu Deutschland. Aber da der Busfahrer der Beste ist und die Aussicht toll und man immer wen zum Reden hat, macht das gar nichts aus.

Ich hab übrigens ganz vergessen zu schreiben (glaub ich) , dass wir in dem Salzsee gestern auch Flamingos gesehen haben! Wenn auch nur in Form von 1mm großen weißrosa Punkten durchs Fernglas. Aber Flamingos!

Mir werden zwar sicher wieder lauter Sachen einfallen, die ich vergessen habe zu schreiben, aber ich glaube für heute hab ich genug geschrieben – ich merke schon, dass ich hier weniger Zeit habe zu schreiben (teils aus Zeitmangel weil ich lieber mit Freundinnen rumblödel als zu schreiben, teils weil ich das Netbook verleihe), die Strukturierung meiner Einträge leidet glaube ich schon ein wenig wenn ich schneller schreibe als denke, so wie heute. Aber ich hoffe es macht dennoch einigermaßen Sinn was ich schreibe ;)

Der Tag heute war der bisher coolste Tag, würde ich sagen – meinem etwas erhöhtem Weinpegel zufolge fällt der Bericht trotzdem etwas kürzer aus als möglich wäre. Aber ich will ja auch noch was zu erzählen haben wenn ich heimkomm. ;)

Heut gings um 9 Uhr los zu einem Salzsee in ca 2h Busfahrt Entfernung, auf der Fahrt durften wir auch endlich ein wenig auftauen und das mediterrane Klima machte sich bemerkbar – zb in Form von Sonnenschein, Wärme, Orangen-, Zitronen- und Mandarinenplatagen. (Sogar unser Prof meint übrigens, dass es sogar wenn es hier Schnee hat normal wärmer ist). *Insert Beschreibung wie toll die Berge sind und wie cool es ist da durch die kurvenreichen Straßen zu fahren here*

Auf unserem Weg zum Akrotiri Environmental Education and Information Centre kamen wir auch am britischen Militärstützpunkt vorbei – kenntlich gemacht durch gefühlte 10.000 Warnschilder a la “Danger – High Voltage – Keep out” Schilder.

Im Education Center gabs wieder einen kurzen Film zur Fauna, Flora und Kultur der Akrotiri Halbinsel mitsamt Salzsee, also wie wichtig zB die hier wachsenden Gräser früher für die Anwohner waren, weil sie daraus Körbe flechten konnten und diese eigentlich überall im Einsatz waren. Erst zu Bus und dann zu Fuß ging es dann zu erwähntem Salzsee, wo wir einerseits einfach die schöne Natur genossen haben und andererseits natürlich nach Wasserkäfern, Libellenlaven und co im Matsch gebuddelt haben. An dieser Stelle möchte ich übrigens noch anmerken, dass ich mir diesmal keinen Sonnenbrand geholt habe, im Gegensatz zu anderen … Ecuador war mir wohl eine Lehre ;)

Im Anschluss ging es nach Kourion, eine alte römische Stadt, die bei einem Erdbeben zerstört wurde, von der aber noch einige Mauern und vor allem Mosaike erhalten sind. Bei abwechselnd Sonnenschein, leichten Wolken und vor allem an den Klippen Richtung Meer heftigem Wind bot sich uns eine wirklich schöne Mischung aus menschlicher Kultur und Natur.

Danach gings noch in einen ziemlich großen Supermarkt wo wir uns (endlich!!!) mit Schokolade, paar Mitbringseln und Vorräten für nächste Woche in Stavros eindecken konnten, und dann auch schon wieder nach Hause. Nach einer kurzen Pause gabs dann auch schon wieder sehr leckeres Abendessen, und somit findet der Tag wohl langsam ein Ende. Zumindest jetzt, wo Kris und ich endlich selbst mit Wein und Lachanfall unsere Tür aufgebracht haben … ;)

Diesmal gibts nur einen kurzen Bericht, da ich müde und faul bin und meinen PC nachmittags zum Zocken und Präsentation durchlesen verliehen habe.

Die Asbestmine war recht interessant, wir waren erst in einer Art Umweltzentrum mit kleinem Film etc, später dann in der Mine selber (übertags). Das Wetter war wieder regnerisch, daher ging das problemlos ohne Atemschutz etc; Asbest ist nur in gewisser Staubgröße krebserregend und nur inhalativ.
Auf dem Rückweg kamen wir noch in einen wilden Hagel- & Schneesturm bei 4°C der uns alle etwas überrascht hat, generell war ich sehr froh meine zwei Jacken mitgenommen zu haben, entgegen allen Spekulationen dass heute mal ein wärmerer Tag werden sollte.

Das Nachmittags/Abendprogramm war wie zuvor, Vorträge, Pause, Essen, seeehr viel Labern, Lästern, Frauengespräche ;) Erwähnenswert war noch der sehr informative “Vortrag” vom Prof über “Wie man am besten illegal Tiere schmuggelt” – die erzähl ich dann aber live ;)

“Da hat’s Käfer!”

In den heutigen Tag sind wir mit einem Selbstbedienungs-Frühstück im Hotel gestartet, danach gings auch gleich los auf unsere erste biologische Entdeckungstour – gut drei Stunden sind wir also zu Fuß in der näheren Umgebung herumgelaufen, haben Steine gewälzt und allerlei mehr oder manchmal auch weniger interessantes Getier entdeckt. Leider bin ich von Ecuador her noch ziemlich verwöhnt, dort sind die Insekten insgesamt doch deutlich größer (und somit besser anzuschauen)!

Highlights waren für mich eine kleine Schlange, sowie ein… interessanter Baum bzw eher eine Art Gesträuch, das sich durch große Tracheen auszeichnet, sprich wenn es trocken ist relativ viel Luft im Inneren hat. Ich rede natürlich von Clematis, welche das Gift Ranunculin enthält. Wissbegierdige Studentin wie ich bin, habe ich somit heute – jetzt kommts – meine erste Zigarette geraucht ;) Ok das ist natürlich übertrieben, aber zumindest zweimal gezogen hab ich – als Nichtraucher kann ich nun leider keinen Vergleich bieten, aber ich hab mir sagen lassen dass weder der verbleibende Lagerfeuergeruch normal ist, noch das (wenn man paarmal öfter zieht) Brennen im Mund. War aber echt ein schockierender Moment als der nichtrauchende Prof vor versammelter Mannschaft vorgemacht hat wie man “direkt vom Strauch” raucht ;)

Ansonsten gibts hier auf Zypern natürlich wieder einige schöne Gifttiere,  auch wenn wir noch nicht allen persönlich begegnet sind, zB eine vergleichsweise große giftige Otter, schwarze Witwen, zwei kleinere Giftschlangen, zahlreiche Skorpione, Blindschlangen (ja die heißen so), Hundertfüßler… achja, an die Skorpiono-phoben unter uns: In Europa gibts keine, die für Erwachsene tödlich wären.
Ein bisschen Kultur hatten wir auch schon, eine winzige (vlt 15qm) Scheunendachkirche, die (wenn ich mich jetzt nicht völlig irre) sogar Weltkulturerbe ist.

Nachmittags hats geregnet, daher haben wir die Zeit mit Seminarvorträgen im ökologischen Zentrum zugebracht. Das Zentrum ist übrigens die ehemalige Schule des Ortes, aber da hier nur noch ca 130 Leute wohnen wurde sie umgebaut in ein ökologisches Außenzentrum, wo ab und zu Schulklassen Ausflüge hin unternehmen. Meine gestrige Beobachtung, dass hier hauptsächlich Hotels stehen liegt übrigens daran, dass Pedoulas eine Art Urlaubsort für Zyprioten (Zyprianer? Zypressen?) zu sein scheint – darum stehen hier auch extrem viele “Ferienhäuser” leer.

Abendessen war wieder sehr lecker, die Studiengebühren durften diesmal sogar für lokalen Schnaps dessen Name ich vergessen habe und das eine oder andere Gläschen Wein bzw Fläschchen Bier herhalten. Ich glaube Nicht-Biologen hätten unseren Gesprächen von chemischen Modellgittern über Nervenzellen mit Schnürring bis hin zu Seesternen und sonstigen Stachelhäutern schwer nachvollziehen können…

Später wurde die Runde etwas kleiner, lustiger und die Gespräche normaler (Lästern über Männer in unserem Leben geht immer), und inzwischen wissen wir auch wohin wir morgen dürfen – wir besichtigen eine Asbestmine, man darf gespannt sein :)
Ansonsten hab ich schon ein lokales Mitbringsl gekauft – natürlich werden hierzu keine Details verraten! :P

PS. Neben der armen Puppe hing noch ein noch viel ärmerer Snoopy, aber diesen grauenhaften Ablick erspare ich euch lieber. Generell war dieser Garten, wo die arme Puppe hing ein halbes Horrorkabinett…

PPS. Sorry, Kommentarfunktion ist gefixt.

Hallo zusammen!
Wie die meisten von euch sicher schon mitbekommen haben, bin ich nach einem recht unspektakulären Flug gut in Zypern angekommen. Von Larnaca gings im  gemütlichem Reisebus in ca 3 Stunden nach Pedoulas, wo wir das Hotel vom Bürgermeister bezogen haben … die Stadt liegt mitten in den Bergen am Ende einer kurvenreichen, aber guten Straße und scheint generell zur Hälfte aus Hotels zu bestehen. Da momentan allerdings nicht gerade Hauptsaison zu sein scheint, gleichte es heute beim ersten inspizieren der Umgebung eher einer Geisterstadt – der Effekt wurde durch den dichten Nebel (bzw Wolken),  der über Allem hing noch verstärkt. Temperatur war Nachmittags um 9°C, also doch vergleichsweise frisch (na Sebbi, neidisch?).

Nach dem Beziehen der Zimmer (ich bin diesmal in einem 4er Mädelszimmer, und auch meine ecuadorianische Bettpartnerin Jule ist wieder mit von der Partie) und einem kurzen Spaziergang in der Umgebung wars auch schon Zeit fürs Abendessen in einem Restaurant direkt nebenan. Nach Brot mit Zaziki und gebackenem Käse mit Tomate in einer Teigtasche gabs noch den Hauptgang – eine große Teigtasche mit Fleisch und Salat, dazu Kartoffelecken/Pommes… und frisch gepressten Orangensaft. Wow, was für ein kulinarischer Start! Eine durchaus sinnvolle Verwendung der Studienbeiträge, nicht wahr? ;) Allerdings haben wir einstimmig darum gebeten, nächstes mal die Portionsgrößen ein wenig kleiner zu gestalten, damit wir nicht jeden Abend heimrollen müssen wie heute…

Wie es aussieht kann ich also die Finger doch nicht ganz vom Bloggen lassen, während meine Kolleginnen gerade hier im Zimmer rumwuseln und Haare trocknen oder  die in den nächsten Tagen zu haltenden Seminarvorträge (kotz) nochmal durchgehen… bleibt nur noch abzuwarten ob ich demnächst noch eine Internetverbindung finde. (Was ich hiermit habe!)

Was?
Eine zweiwöchige Großexkursion, organisiert und teilweise finanziert von der Uni, mit knapp 30 Leuten (inkl. 2 Professoren) nach Zypern.

Wann?
- Hinflug 06.04.2011, Flugnummer: OS112 mit Austrian
- Rückflug 18.04.2011, Ankunft München 22:05 Uhr

Wie?
München – Wien – Larnaca (und umgekehrt)

Wo und Was genau?
- Pedoulas im Troodosgebirge, ca 1800m (z. B. zum Salzsee Akrotiri, zur Asbest-Mine bei Kakopetria, nach Nicosia, Artemis Trail, Prodromos, Caledonian Falls)
- Stavros im westlichen montanen Bereich des Troodosgebirges (z. B. ins Tal der Zedern, auf die Akamas-Halbinsel, zu einer Geierstation, zum Fluss Diarizos/Venezianische Brücke)

Ziel der Exkursion
Die geplante Exkursion soll dazu dienen, fortgeschrittene Studierende der Bachelor-Biologie-Studiengänge in mediterrane Ökosysteme einzuführen. Darüberhinaus sollen die Studierenden Einblicke in das Klima einer südostmediterranen Region sowie deren vielfältige Geologie zu erhalten. Schließlich soll auch ein grober Überblick über die alte und junge Geschichte der Insel Zypern vermittelt werden. Bei der biologischen Exkursion soll die enorme Diversität in der terrestrischen Arthropodenfauna sowie der Süßwasserfauna dieser Insel im Vordergrund stehen. Neben den Wirbeltieren sollen auch die niederen und höheren Pflanzen und Pflanzengesellschaften besprochen werden. Die Studierenden sollen den Montanbereich von Zypern als Gebiet mit einer artenreichen und endemitenreichen Fauna und Flora kennenlernen. Wichtige Befunde aus der Biogeographie der Inseln sollen am Beispiel Zyperns vorgestellt werden. Im marinen Bereich kann eine exemplarische Übersicht über die vorhandenen und vor allem nützlichen Spezies gewährt werden.

Internet
…werde ich maximal in Pedoulas, also in der ersten Woche und kurz vor Abflug haben. Wie viel Zeit und Lust ich für Berichte habe, wird sich zeigen ;)

Praktikum im Regenwald – Natur zum Anfassen

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